Gamechanger – Spielend zum sozialen Zusammenhalt
Projektanlass:
„Gesellschaftlicher Zusammenhalt bildet die Grundlage unseres Miteinanders in einer stabilen Demokratie. Dieser Zusammenhalt muss jedoch immer wieder aufs Neue geschaffen und gelebt werden. Ziel des Förderfonds »Begegnung und Zusammenhalt« ist es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit Hilfe von fantasievollen Begegnungsformaten zu stärken. Im Mittelpunkt stehen öffentliche Orte, an denen sich Menschen im Alltag unkompliziert begegnen können.“
Quelle: www.begegnungsfonds.de
Projektziel:
Spielen ist eine universelle Sprache. Der Homoludens-Theorie zufolge verbindet es Menschen über Altersgruppen, Kulturen und soziale Hintergründe hinweg. Gemeinsames Spielen schafft Erlebnisse, fördert Vertrauen, stärkt mentale und körperliche Gesundheit und eröffnet Räume für Freude, Ausdruck und Entspannung. Von improvisierten Fußballplätzen in Deutschland bis zu Tavli in Griechenland: Spielen ist weltweit Teil des Alltags – und ein kraftvolles Werkzeug für Gemeinschaft.
Im Rahmen des Vorhabens nutzen wir diese verbindende Wirkung des Spiels, um im Wohnquartier Brandenburg Hohenstücken ein offenes, tolerantes Miteinander zu fördern. Wöchentlich stattfindende, kostenfreie Spieletreffen im KreativSpace der Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg eG sowie auf den stark frequentierten Frei- und Außenflächen laden Menschen jeden Hintergrunds ein, miteinander in Kontakt zu kommen. Die bewusst niedrigschwellige Gestaltung soll insbesondere jene erreichen, die bislang wenig Zugang zu Gemeinschaftsangeboten hatten.
Weshalb der gewählte Alltagsort geeignet ist, um Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und Überzeugungen zusammenzubringen.
Hohenstücken ist der diverseste Stadtteil Brandenburgs. Ende 2022 hatten 22,3 % der 7.889 Bewohner*innen eine nichtdeutsche Staatsangehörigkeit – fast dreimal so viele wie im Stadtdurchschnitt (8,4 %). Viele Haushalte leben in herausfordernden sozialen Situationen; 2.131 der 4.072 Haushalte sind Ein-Personen-Haushalte, wodurch Einsamkeit laut Quartiersmanagement ein zentrales Thema ist. Sprachbarrieren, begrenzte finanzielle Mittel und fehlende Zugänge zu kulturellen Angeboten erschweren vielen Menschen echte Teilhabe. Gleichzeitig zeigt sich hier – wie in vielen Regionen Ostdeutschlands – der politische Aufschwung der AfD. Umso wichtiger sind Orte, die Begegnung ermöglichen, Vertrauen schaffen und Gemeinschaft erfahrbar machen.
Bereits das Stadtentwicklungskonzept aus 2018 (INSEK 2018) betont deshalb die Notwendigkeit, an diesem Standort Angebote zu Bildung, sozialer Teilhabe, Nachbarschaft und Engagement zu stärken. Gamechanger greift genau diese Bedarfe auf und schafft spielerische Brücken zwischen Menschen, die einander sonst kaum begegnen würden.
Laufzeit des Projekts:
01.01.2024 – 31.05.2025