Hitzehelfer*innen im Wohnquartier – BRB Hohenstücken und Nord

Worum geht es?

Die Folgen des Klimawandels sind längst auch im Alltag vieler Menschen spürbar. Besonders heiße Sommer und längere Hitzeperioden stellen Städte und Gemeinden vor neue Herausforderungen. Vor allem ältere Menschen reagieren empfindlich auf extreme Temperaturen und sind während Hitzewellen besonderen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt.

Mit dem Projekt „Hitzehelfer*innen im Wohnquartier“ möchten wir ältere Menschen dabei unterstützen, besser mit den gesundheitlichen Folgen extremer Hitze umzugehen. Gleichzeitig stärken wir nachbarschaftliche Unterstützung, Gesundheitskompetenz und Hilfe zur Selbsthilfe im Wohnumfeld. Denn Hitzeschutz gelingt besonders dort, wo Menschen informiert sind, aufeinander achten und sich gegenseitig unterstützen.

Was machen wir?

Im Mittelpunkt des Projekts steht der Aufbau eines Unterstützungsnetzwerks aus Hitzehelfer*innen in den Wohnquartieren Hohenstücken und Nord in Brandenburg an der Havel. Dafür gewinnen und qualifizieren wir Menschen, die im Alltag direkten Kontakt zu älteren Menschen haben – beispielsweise aus der Nachbarschaft, aus Dienstleistungsbereichen, dem Einzelhandel, der Pflege oder dem Gesundheitswesen.

Wir vermitteln Wissen zu hitzebedingten Gesundheitsrisiken, Präventionsmaßnahmen und Handlungsmöglichkeiten im Alltag. Ergänzend entwickeln wir Informationsmaterialien, organisieren Schulungen und unterstützen die Planung lokaler Maßnahmen zum Schutz vor Hitze.

Die Hitzehelfer*innen informieren, sensibilisieren und unterstützen dort, wo Hilfe gebraucht wird – beispielsweise durch Gespräche im Quartier, die Weitergabe von Informationen, aufsuchende Unterstützung, nachbarschaftliche Hilfe oder die Vermittlung weiterer Angebote. So entsteht ein wohnortnahes Unterstützungsnetzwerk, das ältere Menschen stärkt und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt im Quartier fördert.

Warum ist das wichtig?

Hitze zählt zu den größten gesundheitlichen Risiken des Klimawandels. Besonders ältere Menschen sind von den Folgen extremer Temperaturen betroffen. Studien zeigen, dass sie häufiger unter hitzebedingten Gesundheitsproblemen leiden und Risiken oft zu spät erkannt werden. Ursachen sind unter anderem eine geringere körperliche Belastbarkeit, eine häufig unterschätzte Risikowahrnehmung sowie soziale Isolation.

Auch in Brandenburg an der Havel wächst der Handlungsbedarf. Bereits heute ist nahezu ein Drittel der Bevölkerung älter als 65 Jahre. Gleichzeitig stehen Pflege-, Sozial- und Gesundheitsstrukturen durch den demografischen Wandel und den Fachkräftemangel zunehmend unter Druck.

Besonders deutlich zeigen sich diese Herausforderungen in den Quartieren Nord und Hohenstücken. Während Nord als ältester Stadtteil Brandenburgs gilt, leben in Hohenstücken viele Menschen in schwierigen sozialen Situationen. Sprachbarrieren, geringe Einkommen und eingeschränkte Zugänge zu Gesundheitsinformationen können dazu führen, dass gesundheitliche Risiken schwerer erkannt und bewältigt werden.

Deshalb braucht es wohnortnahe Unterstützungsstrukturen, die Menschen frühzeitig erreichen, Gesundheitskompetenz stärken und Hilfe im Alltag zugänglich machen. Genau hier setzt das Projekt an.

Was wollen wir erreichen?

Mit dem Projekt möchten wir:

  • ältere Menschen für gesundheitliche Risiken durch Hitze sensibilisieren,
  • Gesundheits-, Hilfe- und Selbsthilfekompetenzen stärken,
  • ein Unterstützungsnetzwerk aus Hitzehelfer*innen aufbauen und qualifizieren,
  • lokale Akteur*innen aus Pflege, Gesundheit und Wohnumfeld vernetzen,
  • nachbarschaftliche Unterstützung fördern,
  • die Lebensqualität älterer Menschen stärken,
  • sowie kommunale Unterstützungsstrukturen ergänzen und entlasten.

Denn wir sind überzeugt: Ein wirksamer Schutz vor den Folgen extremer Hitze entsteht dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, Wissen teilen und sich gegenseitig unterstützen.

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zum Video

Projektbeirat:

Ines Kaemmerer, Volkssolidarität, Landesverband Brandenburg e. V.
Katja Fischper, Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg e. G.
Natalie Wateau, Stadt Brandenburg an der Havel /Amt für Jugend und Soziales
Tino Haberecht, Quartiersmanagement Hohenstücken, Bürgerhaus Hohenstücken (BAS Brandenburg an der Havel Arbeitsförderungs- und Strukturentwicklungsgesellschaft mbH)

Projektort

Hohenstücken und Nord, Brandenburg an der Havel

Projektlaufzeit

01.01.2024 bis 31.08.2025